Der SIDpodcast – Veränderung beginnt, wenn jemand zuhört.
Digitalisierung, Energiewende und neue Arbeitskulturen sind für uns keine Buzzwords, sondern Hebel für echte Transformation. Im SIDpodcast befreien wir Macher:innen aus Stadtwerken, Kommunen und Unternehmen vom Bullshit, der Innovation und den Umbau zu einer Net-Zero-Gesellschaft blockiert. Wir decken auf, wie fossile Narrative Desinformation säen und demokratische Prozesse unter Druck setzen – und zeigen, wie Fakten, Haltung und Kontext zusammenwirken, um Wandel möglich zu machen.
In jeder Folge treffen Timo Eggers und Matthias Mett Menschen, die statische Habits hinter sich lassen, vernetzte Lösungen vorantreiben und soziale Innovationen leben. Von smarten Netzen über Bürgerbeteiligung bis zu nachhaltigen Geschäftsmodellen: Wir verbinden technologische Trends mit Sinn und konkreten Handlungsoptionen. Veränderung beginnt, wenn jemand zuhört.
Ein Podcast-Format des Stadtwerke Impact Day.
Dezentrale Resilienz im Stromsystem
Wie Versorgung im Krisenfall stabil bleibt
08.05.2026 62 min Timo Eggers
Hier die fünfte Episode der SID-Spezialreihe gemeinsam mit dem House of Energy und m3 Management Consulting.
Ausgangspunkt dieser Folge ist ein konkreter Vorfall: der Ausfall zentraler Strominfrastruktur in Berlin infolge eines gezielten Angriffs. Der Fall zeigt, wie verwundbar selbst hochentwickelte Stromsysteme sein können und wo die Grenzen klassischer Resilienzansätze liegen.
Im Gespräch mit Prof. Dr.-Ing. Peter Birkner und Dr. Christof Spangenberg geht es um die grundlegende Frage: Wie muss ein Stromsystem aufgebaut sein, damit es auch unter gezielten Störungen handlungsfähig bleibt?
Dabei wird deutlich: Vollständige Sicherheit ist keine realistische Zielgröße. Stromnetze sind offen, komplex und in der Fläche verteilt. Angriffe lassen sich nicht vollständig verhindern. Der Fokus verschiebt sich deshalb von der Vermeidung hin zur Begrenzung von Schäden.
Ein zentraler Punkt ist die Unterscheidung zwischen struktureller und operativer Resilienz. Während strukturelle Maßnahmen darauf abzielen, große Schadensrisiken im Netzdesign zu reduzieren, geht es operativ um die Fähigkeit, im Störungsfall schnell zu reagieren und Versorgung zumindest teilweise aufrechtzuerhalten.
Hier kommt ein zweiter Gedanke ins Spiel: die Rolle dezentraler Infrastruktur. Photovoltaik, Batteriespeicher und Elektrofahrzeuge entstehen derzeit im großen Maßstab. Im Normalbetrieb sind sie Teil der Energiewende. Im Krisenfall könnten sie zur Rückfallebene werden, vorausgesetzt, sie lassen sich koordinieren und nutzen.
Damit verschiebt sich die Diskussion. Weniger Fokus auf immer mehr klassische Absicherung, mehr Aufmerksamkeit für neue Systemlogiken. Technisch ist vieles bereits möglich. Die eigentlichen Herausforderungen liegen in Steuerung, Regulierung und der Frage, unter welchen Bedingungen auf dezentrale Ressourcen zugegriffen werden kann.
Die Folge macht deutlich: Resilienz ist kein Zustand, sondern ein Abwägungsprozess. Zwischen Kosten, Sicherheit und Komplexität. Und sie entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenspiel von Netzstruktur, dezentralen Ressourcen und neuen Steuerungsmodellen.
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